Fiskalpolitisches Gedicht von Kenneth Boulding (deutsche Version)


Im April hatten wir auf ein Gedicht aus einem Lehrbuch hingewiesen, welches fiskalpolitische Gedanken aufgreift. Es geht im wesentlichen um die Einsicht, dass die Ausgaben des Staates zu Einkommen bei Haushalten und Unternehmen führen. Kurzfristig bedeutet dies auch, dass der Zuwachs an Staatsschulden genau dem Zuwachs an Ersparnis bei Haushalten und Unternehmen entspricht. Die Angst vor staatlichen Defiziten - und damit die Huldigung einer schwarzen Null (eines ausgeglichenen Staatshaushalts) ist somit unbegründet.


Unser Leser Ulrich Hartenstein hat das Gedicht ins Deutsche übertragen und uns erlaubt, es an dieser Stelle wiederzugeben. Hier ist es:


Was wir auch tun, es hat wie die Münze zwei Seiten: 

Öffentliche Schulden sind private Vermögen, wer möchte das bestreiten? 

Meine Einnahmen sind die Ausgaben, die Sie getätigt haben. 

Wenn Sie mich angreifen, geh’ ich zur Verteidigung in den Schützengraben. 

Es ist und bleibt so wahr und so lustig zugleich: 

Defizite machen uns reich, 

denn sie erhöhen den Geldumlauf. 

Wer das versteht, ist besser drauf. 

Denn er erkennt: Für eine weise Regierung 

besteht darin die Macht des Staats zur Stabilisierung.

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