Die Export-Wippe aus "Die Anstalt" (ZDF)

"Die Anstalt" ist eine Satire-Sendung im ZDF, die sich auf lustige Weise mit ernsthaften Fakten beschäftigt. In der Mai-Ausgabe wurde die Export-Wippe vorgestellt:



Die Problematik ist gut getroffen: wer immer nur exportiert und nie etwas importiert, der sorgt dafür, dass bei seinem Handelspartner Einkommen abfließen aber nicht wieder neu entstehen. Durch diesen Mechanismus entstehen Ungleichgewichte im Handel, da die eine Seite als Nettoexporteur in einer Überschussposition verharrt und die andere Seite als Nettoimporteur in einer Defizitposition. Damit das Defizit-Land wieder auf die Beine kommt, muss der andere Handelspartner mehr von seinen Gütern kaufen. Warum scheitert dies in der Realität?


Eventuell wachsen die Einkommen beim Exportweltmeister nicht so stark wie im anderen Land, welches vielleicht durch einen Immobilienboom getrieben relativ schnell wächst. Die schwachen Einkommenszuwächse könnten natürlich politisch induziert sein, d. h. es wurde mit Absicht das Lohnwachstum unter dem Produktivitätswachstum angesetzt. Ein Abbau der Gleichgewichte kann dann eigentlich nur durch eine Ausweitung der Nachfrage beim Exportweltmeister zustandekommen, da eine Einschränkung der Nachfrage beim Defizitland die Wirtschaftskrise noch weiter verschärft: geringere Löhne führen zwar zu weniger Importen und vielleicht auch zu mehr Exporten, aber sicherlich auch zu weniger Binnennachfrage und damit zu weniger Produktion und höherer Arbeitslosigkeit.

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