Wer besitzt die Staatsanleihen - und profitiert von den höheren Zinsen?

Die Zinserhöhung der EZB führt dazu, dass auch die Staatsanleihen wieder höher verzinst werden - würden sie es nicht, würden die Banken lieber Guthaben bei der EZB verzinst haben zu 0,75% als Staatsanleihen zu besitzen, die weniger Zins bringen. Im Monatsbericht Juli 2022 hat die Deutsche Bundesbank ein Abbildung zur Gläubigerstruktur. Dabei wird deutlich, dass private Haushalte fast keine Staatsanleihen besitzen. Diese werden eher von Banken und sonstigen Finanzinstituten gehalten sowie von Versicherungen und Pensionsfonds. Eine Zinserhöhung der EZB führt also keineswegs dazu, dass deutsche Sparerinnen und Sparer profitieren. Ganz im Gegenteil: die höheren Zinsen auf Immobilien sorgen für niedrigere Immobilienpreise (irgendwann) und damit für weniger Vermögen bei vielen Haushalten. Abgesehen davon erhöht ja die EZB den Zins, um die Arbeitslosigkeit zu erhöhen - dadurch sinkt die Nachfrage nach ArbeitnehmerInnen und nach Gütern und Dienstleistungen. Letzteres soll direkt auf die Preise einwirken, ersteres über geringeres Lohnwachstum indirekt.


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