Fritz Helmedag: Einführung zu Geld


Aus verschiedenen Gründen ist das Thema "Geld" ein schwieriges. Dies liegt wohl daran, dass wir als "Nutzer" uns befähigt fühlen, etwas sinnvolles zu Diskussionen rund um das Thema Geld beizutragen. Abschaffung des €500-Scheins, Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, Fragen von Staatsverschuldung - fast jede/r hat dazu eine Meinung. Allerdings ist es aus wissenschaftlicher Sicht so, dass die meisten Laien irren. Geld wird von Banken nicht weiterverliehen, und auch nicht von allmächtigen Zentralbanken geschaffen und so in Kredite verwandelt, so wie es die meisten Lehrbücher zur Makroökonomie darstellen.


Eine gelungene Einführung in das Thema Geld gibt Fritz Helmedag in einem kurzen Artikel von elf Seiten, der hier heruntergeladen werden kann. Der Artikel von 2007 ist ein wenig veraltet und einige Stellen werden von uns noch etwas genauer betrachtet werden, wenn es um bilanzielle Zusammenhänge geht. So werden inzwischen die Verbindlichkeiten der Zentralbank negativ verzinst (S. 8), und Geld ist nur insofern eine Forderung an das Bankensystem, da allgemein erwartet wird, dass ein Euro auf dem Bankkonto jederzeit in einen Euro in bar getauscht werden kann. Auch die EZB behauptet nicht länger, dass sie die Geldmenge kontrollieren und damit die Inflationsrate steuern würde (S. 10). Mario Draghi erzählt dieses Jahr bei jeder Gelegenheit, dass die Geldpolitik nicht gegen die Kürzungen bzw. Nichtausweitung der Staatsausgaben in der Eurozone ankommen könne. Ganz generell ist die Idee der Kausalität von (hohen/niedrigen) Zinsen hin zu (niedrigen/hohen) Investitionen inzwischen stark in Frage gestellt worden.


Nichtsdestotrotz bietet der Artikel einen gelungenen Einstieg in das Thema Geld und die daran anschließenden Kontroversen.

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